Geschichte des Eifelvereins Blankenheim, Teil 1
1888 – Gründung des Eifelvereins
(Auszüge aus: W. Müller, „100 Jahre Eifelverein, Ortsgruppe Blankenheim”, Festschrift zum 100jährigen Jubiläum der Ortsgruppe)
Die Eifel in Not und touristisch fast abgeschlossen, da rief der Gymnasialdirektor Dr. Adolf Dronke, Trier, im Frühjahr 1888 zur Gründung eines Eifelvereins auf mit der Zielsetzung, die Eifel in „landschaftlicher. wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Beziehung” zu erschließen.
Schon im Gründungsjahr 1888 wurden 23 Ortsgruppen gebildet, darunter 5 im heutigen Nordrhein-Westfalen und zwar die von Bonn, Gemünd, Montjoie. Remagen und von Blankenheim. Die erste „vorbereitete Versammlung von Liebhabern der Eifel im Gasthofe Weyers” fand unter Leitung von Dr. Dronke am 12. Dezember 1888 statt (…), zu entnehmen einer handgeschriebenen Chronik, aus der ich die 100 Jahre der Ortsgruppe Blankenheim (…) vorstellen darf.
Dem ersten Vorstand gehörten an Carl Heinrich Reuland als Vorsitzender, Joseph Lauren als Stellvertreter, Johann Thomas als Rendant und .Johann Joseph Wassong als Schriftführer.
Schon ein Jahr später wurde ein Aussichtspunkt angekauft, Wegweiser und Bänke aufgestellt, der Weg zur Burgruine instandgesetzt, Mittel für eine Renovierung der Burgruine beantragt. Der Ortsgruppe gehörten 32 Mitglieder an – in der Chronik einzeln aufgeführt — die 2 M Jahresbeitrag zahlten. Noch erwähnenswert: Oberpfarrer Breuer wurde in die „Bänke- und Schilderkommission” gewählt.
1890: Einfriedung des Rosengärtchens
1894: Türen für Gewölbe auf dem Rosengärtchen. Verlängerung der “Seufzerallee” im Thiergarten.
1895: Schon sieben Jahre nach der Gründung der Ortsgruppe tagte der Hauptverein in Blankenheim. (…)
Die folgenden Jahre mit den wichtigsten Daten:
1896: Wegebau u. a. durch den Heldenbusch und von dort zum Lühkreuz.
1899: Herstellung einer „hübschen” Karte von Blankenheim und Umgehung aufgrund einer Handzeichnung von Herrn Marx.
1901: 2.2.01: „Hochwichtige Mitteilung aus America”; Dreifaches Hoch auf Frau Avertz und Frau Nunnemacher, beide aus Milwaukee, für die Gelder zur Errichtung eines Aussichtsturmes. Festliche Einweihung.
1909: Bereitstellung von 4 Einzelbetten in Privathaushalten, genannt Schülerherberge
1912: Vereinsrodelbahn „im Driesch”; Verschönerung des Ortes durch Blumen vor Fenstern und auf Balkonen.
1913: 17 neue Bänke, Wegweiser, neue Wege, Schutzpflanzung an Bänken, z. B. 5 Linden am Lühkreuz.
2./3. August 1913: Hauptvorstandssitzung des Eifelvereins in Blankenheim mit großer Beteiligung auswärtiger Ortsgruppen; in der Eifel-Festschrift zur 25jährigen Jubelfeier des Eifelvereins von Alfred Herrmann von 12 Federzeichnungen allein 7 von Blankenheim.
1914: Bedachung für römische Villa beantragt, Verschönerung an der Ahrquelle (u. a. Marmortafel am Steinputz gestiftet vom Vorsitzenden Notar Molls).
Auf der Generalversammlung: „Ausharren besonders treuer Freunde (von Bockbier) bis gegen 7 Uhr morgens”.
12 Betten für Schülerherberge gestiftet. Heim-Mutter gesucht.
(…)
1915: Molls Rücktritt wegen Versetzung.
1916: Notar Decker neuer Vorsitzender; Blumenschmuck, Bepflanzung der Bahnhofstraße mit Bäumen.
1918: Erwerb von Waldparzellen um Abholzung zu vermeiden (1200 M)!
1920: Fichtenbäume eingangs Blankenheim.
1922: Johann Kirstgen 1. Vorsitzender; Schülerherberge eine der am besten besuchten in der ganzen Eifel. Volksfest auf der Burgruine, neue Bänke, Orientierungstafel; im Winter jeden Monat wissenschaftliche Vorträge, Weihnachten „Volksunterhaltungsabend mit Kinderbescherung”.
1925: 7./8. 3. 1925: Hauptvorstandssitzung des Hauptvereins in Blankenheim mit Illumination des Ortes, Böllerschießen und Beleuchtung der Burg. Über 200 Gäste aus 60 Ortsgruppen;
Beschluß über „Karl- Kaufmann- Weg” Köln-Trier.
Ahrquelle und Museum in die Obhut des Eifelvereins; neuer Prospekt; Sommerfest: Volkstänze, Puppenspiele, Schießbude und Glücksrad, Kinderkarussell und Schaukeln unter Aufsicht von Kraywinkel und Thomas, Schwank auf Freilichtbühne, Filmvorführung.
700 bis 800 Eisenbahner in Blankenheim mit Empfang am Bahnhof und Umzug durch den Ort.
1931: Um Abholzen zu vermeiden, Ankauf von Parzellen im Lühbusch, Kaufpreis tlw. durch freiwillige Spenden! Ankauf im Heldenbusch, danach Aufforstung; Grabung am Russenhügel, dort Kreuz erneuert, Bäume gepflanzt.
1932: Ortsgruppe auch weiterhin Betreuer des Badebetriebs im Weiher. Wegetafel 2 qm am neuen Postgebäude.
1935: Zum Zwecke der Gleichschaltung „freiwillige Niederlegung seines Amtes” so Vorsitzender Kirstgen.
Vereinsvermögen: Grundbesitz, 31 Fabrikbänke und 29 Holzbänke. Ortsgruppe Eupen in Blankenheim.
1936: Karte 1:5000 für Wegetafel; Johann Kirstgen „Leiter des Museums”.
1937: Winterabend mit Theaterspiel „Das Heinzelmännchen”.
1939: 15.1.39 – 50-Jahr-Feier: „… ein echtes, rechtes Familienfest nach echter Blankenheimer Art. Eine etwa um 24 Uhr gemachte Blitzlichtaufnahme ist leider verunglückt (Photograph: Mitglied Josef Ehlen)” so das Protokoll.
25.3.39: Arbeitstage des Eifelvereins auf der Burg mit „über 100 auswärtigen Wanderkameraden”.
Baustelle für ein Eifelwanderheim: Reg. Präsident und Dr. Schramm, Vorsitzender des Hauptvereins, stimmen nach Ortsbesichtigung für den Finkenberg.
Hier bricht die Chronik ab und lebt erst zwei Jahre nach Kriegsende wieder auf.
1947: 17. 4.: Wiederbelebung mit Johann Kirstgen als Vorsitzender, Josef Ehlen sein Stellvertreter und Museumswart. Johannes Schneider, Schriftführer und Schatzmeister. Arnold Pick, Beirat und Bänkewart. Hermann Kraywinkel, Wege- und Wanderwart. Karl-Josef Schmitz, Jugendwart.
1948: Zuschüttung von Bombentrichtern unter Aufsicht von Karl Theissen und Arnold Pick. Die „Tannessel” offiziell als Blankenheimer Tee deklariert. 60-Jahr-Feier mit Vortrag über die Geschichte Blankenheims.
1949: 400 – 600 ehemalige Landwirtschaftsschüler in Blankenheim, Führung durch Eifelverein mit drei Gruppen zu je 8 Mann.
1950: Instandsetzung bzw. Neubeschaffung von 43 Ruhebänken. Verkehrsausschuß (Karl Theissen, Georg Klein und Josef Heß) zur Steigerung des Fremdenverkehrs durch Beseitigung von Kriegstrümmern, Häuseranstrich, Blumenschmuck und Schaffung von Unterbringungsmöglichkeiten. Mitteilungsblatt des Eifelvereins, Schriftleitung Hauptlehrer Klerx, mit den Hauptthemen Sitten und Brauchtum.
1951: Januar: Schlachtfest
3. 5. 51: Sternwanderung des Hauptvereins nach Blankenheim. 30. 6. 51 Jägerfest. 28. 8. 51 Wiedereröffnung des Heimatmuseums, Eintritt 50 Dpf. Museumsschließer Georg Klein; 15 neue Naturbänke; Broschüre Blankenheim in holländischer und französischer Sprache für 35 Dpf./Stück; Theatergruppe mit Heimatspielen; Erschließung von Skigelände.
1952: Zum Tag des Waldes Bepflanzung des Mülheimer Bachtales mit Pappeln. 3 Vortragsabende mit Otermann, Losenhausen und Tois. Dozent Bernd Tois, theol. Hochschule in Vallendar über „Deutsche Sagen. Märchen, Dichtung und Erzählkunst”.
Die Folgen 5, 6 und 7 der Heimatkundlichen Mitteilungen erschienen. Empfang und Führung von rd. 250 Kriegsbeschädigten aus Eschweiler. Plan zur Errichtung eines Tiergartens in rd. 300 Morgen des Gräfl. Besitzes rd. 2 km von Blankenheim entfernt. Presse berichtet schon über „Wildgehege Eifel” größte derartige Einrichtung in Europa.
1953: Musikabend, Filmabend, 4 Opernfahrten nach Köln; Folgen 8, 9 und 10 der Heimatkundlichen Mitteilungen erschienen; Verkauf einer Parzelle an Ev. Kirchengemeinde zum Bau ihres Gemeindehauses. Löns-Abend.
Neuer Vorsitzender Hermann Kraywinkel. Aufsicht und Instandhaltung von Wegen und Bänken namentlich aufgeteilt. Vorträge: Fritz Heimbach „Naturschutzfragen”; Karl Otermann „Geschichtliche Verbindung zwischen Blan¬kenheim und Prag”. Weitere Vorträge: Karl Otermann „Das Königshaupt in Blankenheim”, Roberto de la Barka „Spanien und seine Kultur”, Curtius Schulten „450 Jahrfeier der Blankenheimer katholischen Kirche. Karneval in Blankenheim und Reise nach Spanien”. Heimbach jr. „Geologie der Eifel”; Heimatkundliche Mitteilungen, Auflage je 2000 Exemplare. Folge 13 Thema: Auswanderung. Folge 14 Thema: Vor 10 Jahren.
Auftritt der Theatergruppe.
1956: 13.10.56: Hauptvorstandssitzung des Hauptvereins.
1957: 150 Mitglieder: Vortrag Michaelis: „Heimatmuseum mit künftigen neuen Abteilungen Kakushöhle und Bleibergwerg Mechernich. Vortrag Meier über Fremdenverkehr mit folgenden Zahlen: Gäste: Deutsche 3703, Ausländer: 2536, Übernachtungen: 12065. Jugendburg: 20051! Einrichtung eines Verkehrsamtes wird empfohlen.
1958 – 1962: Alljährlich monatliche Wanderungen, etliche kulturelle Veranstaltungen. Besuch der Kölner Bühnen; Vortrage: u. a. Frau Majert und Curtius Schulten über Griechenland und den Orient, über Teneriffa und Spanien.
Neuer Wanderweg im Ahrtal (Ahrtalweg) (1960).
1963: Hauptversammlung mit Dr. Gerhardus, 40 Jahre Mitglied: u. a. Alfred Schmuck (seit 29.4. 22). 19.5.63: Sternwanderung nach Blankenheim. 7.12.63: 75-Jahrfeier mit Grenzlandkonservatorium Aachen. Schutzhütte unterhalb Bilderbäumchen.
1964 – 1969: Fast monatliche Wanderungen und jährliche Busfahrten. Instandsetzung des Brotpfads (1966), Gründung eines Vereinskartells und Altennachmittag auf der Burg (1967). Curtius Schulten + (1967).
1970: Müllers Versuch, Eifelverein und Heimatverein zu vereinen, scheitert. Dia-Vortrag des Museumsleiters Hubert Meyer über Eifel und Ardennen.
1973: Neuer Vorstand mit Karl-Josef Schmitz als Vorsitzender. (Kraywinkel kandidiert aus Altersgründen nicht mehr). Ahrtalweg von Forellenhof bis ehemaliger Bahnhof Freilingen = „Hermann-Kraywinkel-Weg”.
In den nächsten 15 Jahren [bis 1988] wechselten nach einer oder auch zwei Wahlperioden jeweils die Vorsitzenden. Die Situation hatte sich grundlegend geändert: Statt der Schülerherberge wurde, schon in den zwanziger Jahren, auf der Burg eine Jugendherberge eingerichtet, der frühere Badeweiher wurde zum Kahnweiher, daneben heute ein beheiztes Freibad, aus dem vom Eifelverein betreuten Museum wurde das Kreismuseum mit amtlichem Leiter, ein Verkehrsbüro im Rathaus und ein Kur- und Verkehrsverein übernahmen die wesentlichsten Arbeiten bzgl. Fremdenverkehr und -betreuung. u. a. m.


